Bewertungen sind im Online-Handel nicht mehr wegzudenken. Ob es sich um Produktbewertungen auf Amazon.de oder eBay.de handelt oder um Hotelbewertungen auf Tripadvisor: Bewertungen sind extrem wichtig für das Produktmarketing und beeinflussen die Kaufentscheidung maßgeblich. Aber es gibt ein Problem: Bewertungen zu bekommen, kann langwidrig und mühsam sein, dann durchschnittliche Kunden hinterlassen nur in weniger als 5% eine Bewertungen.

Bewertungen fälschen: Verlockende Fliegenfalle

Etliche Händler und Unternehmen greifen daher darauf zurück, Bewertungen zu kaufen oder ganz zu fälschen. Aber Achtung: Wer Bewertungen kauft,

ist nicht gleich ein Fälscher oder kommt gar in den Genuss von Fake-Bewertungen. Denn Bewertungen kaufen ist völlig legal und wettbewerbsrechtlich nicht zu beanstanden - wenn es seriös und professionell durchgeführt wird.

  • Erlaubt: Ein Unternehmen bietet einem Kunden ein Produkt, damit dieser es bewertet
  • Erlaubt: Ein Hotel sucht einen Test-Schläfer, der anschliessend eine Bewertung verfasst
  • Erlaubt: Ein Restaurant sucht einen Test-Esser, der anschliessen eine Bewertung verfasst
  • Verboten: Ein Nutzer erhält Geld, um eine Bewertung zu verfassen und schreibt diese als habe er das Produkt/Hotel/Restaurant wirklich getestet (FAKE)

Bewertungen fälschenDer Knackpunkt ist, dass Bewertungen auf einer tatsächlichen Nutzererfahrung mit dem Produkt beruhen müssen. D.h. jemand, der etwas bewertet, muss das auch wirklich benutzt oder getestet haben. Ob er dann aus eigenem Antrieb eine Bewertung verfasst oder sogar dafür bezahlt wurde, ist wettbewerbsrechtlich nicht wesentlich. Wichtig ist jedoch, solche erhaltenen Vorteile im Rahmen der Kennzeichnungspflicht für Werbung offen zu legen. D.h. in den Text der Bewertung muss ein Hinweis, dass der Schreiber beispielsweise ein kostenloses Produkt erhalten hat oder ein vergünstigtes Essen in Anspruch genommen hat.

Fake-Bewertungen: Kreative Texte ohne Grundlage

Fake-Bewertungen gibt es zu Hauf im Internet und in diesem Fall werden sie aus der Luft heraus gegriffen und beruhen eben nicht auf einer realen Test-Erfahrung. Selbst das geht wettbewerbsrechtlich auch grade noch so, müsste aber dann ganz klar als Werbung gekennzeichnet werden. Was natürlich selten der Fall ist, denn der ganze Ansatz zielt nicht mehr darauf, reale Bewertungen oder Erfahrungen zu einem Produkt zu schildern, sondern Kunden zu verarschen. Daher fehlt die Kennzeichnung und damit wird das wettbewerbsrecht verletzt. Von solchen "Services" sollte man allerdings tunlichst die Finger lassen, denn die großen Web-Plattformen kommen solchen Schwarzen Schafen üblicherweise schnell auf die Schliche und dann drohen unangenehme Konsequenzen bis hin zur Sperre am Markt - was für ein Hotel im Falle von z.B. Tripadvisor schnell üble Konsequenzen nach sich ziehen kann.