ACHTUNG: Seit dem 22.11. gelten neue Amazon Richtlinien. Lesen Sie hier, was sich geändert hat: Neue Amazon Richtlinien: Das müssen Sie wissen. Dieser Artikel wendet sich speziell an Händler auf Amazon. Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie gerne das Kontaktformular.


Wenn Sie es eilig haben: Wenn Sie Rezensionen "kaufen" wollen, geht das nur über eine Tester-Community, deren Mitglieder Sie für Ihre Produkte werben können. Z. B. finden Sie eine seit 2013 etablierte Tester-Community mit einem großen Stamm an Tester hier: http://www.testberichte.reviews

Kundenrezensionen sind heute Brot und Butter für Online-Händler. Ohne ein vernünftiges Rating Profile geht bei Amazon.de zum Beispiel nichts für ein Produkt - es wird in einer Nische vergammeln, während Konkurrenten täglich vielleicht hunderte Exemplare des gleichen Produktes an den Mann bringen. Und das alles nur wegen ein paar Kundenbewertungen, die die Konkurrenz hat und Sie nicht. Aber das kann man ändern! Kundenbewertungen kaufen ist allerdings nicht direkt gestattet, denn es gibt einige Regeln des Wettbewerbsrechts und auch verschiedene Richtlinien von Online-Marktplätzen wie Amazon.de an die Sie sich halten müssen, um nicht mittelfristig aus dem Geschäft zu fliegen.

Rezensionen kaufen: Das geht nicht so einfach

Eine Rezension kaufen impliziert, dass Sie als Händler einen Geldbetrag ausgeben und dafür eine Rezensionen - oder noch besser: eine positive Rezension für Ihr Produkt erhalten. Sie können einen solche Deal eingehen, allerdings handelt es sich bei der "Ware", also der Rezension nicht mehr um eine Rezension im eigentlichen Sinne, sondern es handelt sich um eine Form der Werbung. Denn: Sie bezahlen jemanden, damit er seine "positive" Meinung über Ihr Produkt zum Besten gibt. Selbst wenn Sie nicht explizit im eine positive Beurteilung gebeten haben, bleibt es dennoch eine Form der Werbung, die der Schreibende dann offenlegen muss. D.h ein solcher Textbeitrag muss eindeutig kenntlich gemacht werden, dass er gegen eine Bezahlung erfolgt ist. Und damit haben Sie dann zwar dem Gesetz genüge Getan, können aber immernoch in Konflikt kommen zum Beispiel mit den Richtlinien, die Amazon bezüglich der Erstellung von Rezensionen aufgestellt hat. Denn da heisst es eindeutig, dass der Schreibende keine Bezahlung bekommen darf für das Verfassen von Rezensionen.

Kundenbewertungen gegen Testprodukt "kaufen"

Obwohl Sie keine direkte Bezahlung geben dürfen, gibt es ein Schlupfloch - das eigentlich keines Ist. Denn Sie dürfen einem Tester ein kostenloses Exemplar Ihres Produktes zur Verfügung stellen und er kann das dann unter die Lupe nehmen und darüber etwas schreiben. Das ist sowohl mit den Rezensionsrichtlinien von Amazon konform als auch mit der GEsetzeslage - allerdings gilt aus Sicht des Gesetzgebers auch hier wieder die Pflicht der Offenlegung: Der Tester muss in seiner Rezension anzeigen, dass er einen wie auch immer gearteten Vorteil dadurch erhalten hat, dass er ein kostenloses Testprodukt bekommen hat. Also: Es gibt einiges zu beachten - aber damit nicht genug, wie Sie im nächsten Absatz lesen.

Hinweispflicht: Kundenbewertung gegen Testprodukt

Wie schon beschrieben muss der Tester in seiner Rezension angeben, dass er ein Testprodukt erhalten hat. Tut er das nicht, kann er abgemahnt werden aufgrund eines Verstosses gegen das Wettbewerbsrecht. Kann Ihnen als Händler ja egal sein! Oder?! Eben nicht! Denn leider können Sie als Auftraggeber einer Kundenbewertung nicht davon ausgehen, dass sich der ahnungslose Tester so gut mit der Rechtslage vertraut gemacht hat, dass er alle Vorschriften einhält. Vielmehr müssen Sie als professioneller Händler Ihrerseits einer Informationspflicht nachkommen und den Produkttester informieren, dass er wiederum in der Rezension von dem kostenlosen Testprodukt schreibt. Denn sonst kann er Tester Sie im Nachhinein haftbar machen und ggf. abmahnen. Alles in allem ist die Sache mit dem Kaufen von Rezensionen oder Kaufen von Kundenbewertungen also eine recht explosive Sache, mit der Sie gut vertraut sein sollten, bevor Sie sich daran wagen.